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Informationen zur Osteopathie
Osteopathie ist eine ganzheitliche, manuell ausgeführte Therapieform zur Wiederherstellung des Zusammenspiels zwischen dem Bewegungsapparat, den Organen und den Nervenstrukturen. Alle diese Strukturen arbeiten, ähnlich einem Uhrwerk, als eine große Einheit zusammen und benötigen dazu alle eine bestimmte Beweglichkeit. Verändert sich eines der „Einzelteile“ oder wird in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, entstehen häufig funktionelle Störungen, die zur Überlastung des Organismus führen und sich schließlich als Krankheit manifestieren. Das Osteopathische Konzept beinhaltet und vereint 3 Systeme:
- Parietales System -> beschäftigt sich mit den Dysfunktionen der Gelenke, Muskeln, Bänder und des Bindegewebes
- Viscerales System -> beinhaltet das Arbeiten im Bereich der inneren Organe und deren Zusammenhänge im Gesamtorganismus
- Craniosacrales System -> der Schädel (cranium),die Wirbelsäule und das Kreuzbein (sacrum) umgeben das zentrale Nervensystem mit seinen membranösen Häuten. Diese Teile bilden als Einheit das craniosacrale System. Ziel ist eine Normalisierung dieses wichtigen Regulationssystemes im Körper.
Alle genannten Systeme beeinflussen sich gegenseitig und müssen ohne Einschränkung funktionieren, damit der menschliche Organismus gesund ist. In unserem Körper ist alles miteinander verbunden. Jedes Gewebe inseriert in ein nächstes Gewebe und so entstehen anatomische Zusammenhänge von Kopf bis Fuß. Heben wir beispielsweise beim Gehen einen Fuß, setzen wir eine Bewegungskette in Gang, die bis zu den Schultern reicht. Die Basis der Arbeit eines Osteopathen sind fundierte Kenntnisse in Anatomie und Physiologie. Einziges Instrument sind die Hände der Therapeuten, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Intuition. Osteopathie möchte Schulmedizin ergänzen und begleiten.
Osteopathie gibt es seit über 100 Jahren. Begründer dieses medizinischen Konzeptes war der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1874).
Einen eigenständigen Berufsstand „Osteopathin“ oder “Ostheopath” gibt es derzeit in Deutschland noch nicht. Der Begriff „Osteopathie“ ist gesetzlich nicht geschützt und die Ausbildung noch nicht standardisiert. Es werden von verschiedenen privaten Schulen osteopathische Ausbildungen mit sehr unterschiedlichem Umfang angeboten. Die meisten von Ihnen sind in einer Bundesarbeitsgemeinschaft organisiert, die eine 5- jährige qualitativ hochwertige Ausbildung mit 1500 Kontaktstunden zur Voraussetzung hat. Man sollte keine Hemmungen haben, sich nach der Ausbildung seines Osteopathen zu erkundigen.
Was behandelt Osteopathie? Osteopathie behandelt in erster Linie funktionelle Erkrankungen. Strukturelle Veränderungen können symptomlindernd behandelt werden (siehe weiter unten).
Anwendungsbereiche: Ischiasprobleme, Hexenschuss, Schleudertraumen, Schultersteife, Arthrosen, Rheumatischer Formenkreis,Verspannungen, Tinnitus, Kopfschmerz, Schwindel, Kiefergelenksprobleme, chronische Zahnschmerzen, Schlafstörungen, Augenprobleme, Verdauungsbeschwerden (Verstopfung / Durchfall), Sodbrennen, Gastritis, Menstruationsbeschwerden, Blasen- und Nierenprobleme, Chronische Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen, Atemprobleme,
Schwangerschaftsbegleitend, angeborene und geburtstraumatische Probleme, Asymmetrien, Schiefhals, „Spucken“,Schreikinder, 3- Monatskoliken, Saugglocken- und Zangengeburten, Saugprobleme, Schädeldeformitäten
Was erwartet Sie beim Osteopathen? Zuerst erfolgt eine ausführliche Anamnese. Im Anschluss daran werden Sie vom Osteopathen untersucht und es erfolgt eine Behandlung. Hier benutzt die Osteopathie unterschiedliche manuelle Techniken. Diese variieren, angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten, von sehr sanft bis zu intensiv und manipulativ. Dabei werden sowohl Unbeweglichkeiten von Knochen, Muskeln,Sehnen, Bindegewebe, Faszien (parietale Osteopathie), als auch kleinste Bewegungsverluste der Organe (viscerale Osteopathie), und Bewegungseinschränkungen im Bereich Schädel,Wirbelsäule,Kreuzbein (craniosacrale Osteopathie) untersucht und behandelt.
Die Erstbehandlung dauert ca. 75 Minuten, die Folgebehandlungen ca. 50 Minuten. Das Behandlungsintervall variiert je nach Symptomatik. Manchmal reicht eine Behandlung, es können aber auch ca. 4- 6 Behandlungen in größeren Zeitabständen notwendig sein.
Chronische Krankheitsbilder, z.B.Arthrosen, Rheuma, Bandscheibendeformitäten, können in größeren Abständen begleitend behandelt werden. Ziel ist hier Harmonisierung der Strukturen und Schmerzlinderung, bzw vorübergehende Beschwerdefreiheit. Akute Infektionen, Tumorerkrankungen, massive psychische und metabolische Erkrankungen können begleitend zur Schulmedizin behandelt werden.
Kosten: Die Osteopathie ist im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen nicht enthalten. Die privaten Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten teilweise. Ärzte und Heilpraktiker rechnen die osteopathische Leistung nach den eigenen berufsständischen Gebührenverordnungen ab.
Die Kosten für eine Behandlung liegen bei 60 Euro.
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